Wie alles anfing/Nachdenkliches

Wir reden seit vielen Jahren über Alpakas. Da man so was ja aber bekanntlich nicht über´s Bein bricht habe ich erst mal angefangen zu recherchieren. Wie sind die Haltungsbedingungen, wie viele Tiere sollte man halten u.s.w.

Die Anschaffungskosten sind recht hoch, daher wurde das Projekt erst mal auf Eis gelegt. Aber vergessen haben wir es nicht.

 
Im Juli 2011 hat mich mein Schwiegervater auf ein Inserat im Landwirtschaftlichen Wochenblatt hingewiesen. Wir haben dann eine tragende Stute und einen Junghengst relativ günstig gekauft. Wie wir heute wissen, der klassische Anfängerfehler.
Die Stute war absolut zutraulich, ein ganz liebes tolles Tier. Und sie hatte so wunderschöne hellblaue Augen...tja, das wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht. Weiße Alpakas mit blauen Augen haben einen Gen-Defekt, dieser geht meist mit Schwerhörigkeit bis zur Taubheit einher. Und ja, unsere Stute war taub. Na egal, dachten wir uns. So ein braves Tier, hat aus der Hand gefressen und sogar unsere Tochter konnte sie allein führen.


Nach 6 Wochen hörte das Tier auf zu fressen und kam kaum auf die Beine. Mein Tierarzt behandelte auf Kolik. Zum Glück war es kein Darmverschluss. Trotzdem hat sie nicht gefressen. Ich habe dann nach 4 Tagen angefangen die Pellets einzuweichen und ihr mit viel Wasser über eine Flasche einzuflössen. Das hat super geklappt und sie hat dann auch gekaut. Nur selber hat sie nichts zu sich genommen, außer Wasser. Irgendwann haben wir dann auch noch Blut abgenommen. Mängel wo es nur geht. Sonntags drauf kam dann noch Fieber dazu und Montags, nach 10 Tagen Kampf, ist sie mir trotz Antibiotikum im Arm gestorben. Der Tierarzt war auf dem Weg zum einschläfern, der Weg war umsonst.
Ich war todunglücklich. Meine Paloma! Ja, so hat sie geheißen.
 
Wir haben also kein günstiges Angebot gehabt!


Aber was jetzt? Nando, der Hengst kann ja nicht allein bleiben. Es gab nur 2 Möglichkeiten, entweder Ersatz kaufen oder Nando in Gesellschaft verkaufen.

Wir haben verschiedene Züchter kontaktiert und haben bei einem Züchter, der auch Hobbytiere abgibt 2 Jungstuten gekauft. Beide im Dez. 2010 geboren. Er hat sie uns auf dem weg zu einem Züchterkollegen vorbei gebracht.


Unsere Tochter wollte das eine gleich wieder Paloma nennen, na gut, so heißt unser schwarzes Mädchen jetzt Paloma. Das braune tauften wir Conchita.

 

Leider war Conchita irgendwie nicht so ganz in Ordnung. Sie war ständig gebückt mit durchhängendem Hals, hat mit den Zähnen geknirscht und "gequengelt". Lt. unserem Tierarzt alles völlig normal. Das gäbe es schon mal.


Zwischenzeitlich habe ich von einem Züchter eine Tierärztin empfohlen bekommen, die sich sehr gut auskennt mit Alpakas. Ich habe sie kontaktiert und sie riet mir, erst mal eine Kotuntersuchung machen zu lassen. Das Resultat war massiver Parasiten Befall. Na toll! Also haben wir alle Tiere mit verschiedenen Präparaten behandelt, immer 1 Woche dazwischen gewartet, dann das nächste Medikament.

 

Paloma blühte unter dieser Behandlung regelrecht auf. Sie fraß gut und nahm schön zu. Conchita allerdings nahm immer mehr ab, obwohl auch sie eigentlich gut gefressen hat. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt machten wir eine erneute Kotuntersuchung. Immer noch Parasiten Befall. Wir nahmen noch Blut ab. Das Tier litt an einer ausgeprägten Blutarmut, ausgelöst durch die Parasiten. Wir gaben dann noch Infusionen und ich spritzte Eisen.

2 Tage später, exakt auf den Tag nach 6 Wochen bei uns, verstarb Conchita. Wir waren fassungslos. Das ist ja wie ein Fluch. Ich telefonierte mit dem Züchter, der konnte es auch nicht glauben, bot uns aber Ersatz an. Unsere Corazón haben wir in der Woche vor Weihnachten abgeholt.

 
Im Januar bekamen wir noch eine Gruppe mit 6 Tieren angeboten. 5 Stuten und 1 Junghengst. Die 3 erwachsenen Stuten sind alle gedeckt, das erste Cria soll im Mai/Juni kommen. Die eine Stute hat Zwillingstutfohlen bei Fuß. Der Junghengst war auch noch mit bei seiner Mama.
 
Nun sind wir also doch recht schnell zu mehr Tieren gekommen als ursprünglich geplant war.

 

Aber auch dieser Kauf stellte sich als nicht besonders heraus. Nachdem die Stute nicht wie angekündigt im Mai/Juni ihr Fohlen bekam bat ich einen Tierarzt, bei allen 3 Stuten eine Ultraschall-Untersuchung durchzuführen. Ergebnis: 2 Stuten NICHT tragend, aber die, auf deren Fohlen wir warteten war tragend, wir konnten es ganz deutlich sehen. Die Frage ist nur: WANN kommt es denn???

 

Nun, am 15. September war  es soweit, ein wunderschönes dreifarbiges Stütchen erblickte ganz problemlos das Licht der Welt. Wir haben  uns total gefreut. Doch nicht genug, 4 Wochen danach verstarb die Mutter...wir haben die kleine Stella dann  mit der Flasche aufgezogen, was uns Dank der Kommunikation mit anderen Züchtern sehr gut gelungen ist.

 

Mir ist es sehr  wichtig, interessierten Leuten soviel an Informationen wie möglich zu geben, und jederzeit für Fragen oder Probleme da zu sein. Es muss ja nicht sein, das jeder soviel schlechte Erfahrungen machen muss wie wir das getan haben!

 

 

 

 

 

 

Ulknudel Paloma