Über Alpakas

Die Heimat der Alpakas ist Südamerika. Vor ca. 5000 Jahren züchteten die Inka aus Vikunja und Guanako das heutige Alpaka. Alpakas gehören wie Lamas, Vikunjas und Guanakos zu den Neuweltkameliden.  Weltweit leben etwa 3 Millionen Alpakas,  davon ca. 3000 in Deutschland. Die Tiere können ca. 20 bis 25 Jahre alt werden. Sie haben ca. 80 bis 100 cm Stockmaß und das Gewicht eines ausgewachsenen Tieres liegt bei 60 bis 70 kg. Seit 1996 sind Alpakas in Deutschland als landwirtschaftliche Nutztiere anerkannt, somit ist kein Sachkunde Nachweis erforderlich. Es ist aber durchaus ratsam, ein Grundlagenseminar zu besuchen, wenn man sich mit dem Gedanken trägt diese besonderen Tiere zu halten.

Alpakas sind Schwielensohler, daher beschädigen sie nicht den Boden auf dem sie laufen. Sie grasen die Spitzen gezielt ab und rupfen nicht, somit eignen sie sich ausgezeichnet zur Landschafts- oder Deichpfleger. Ein Alpaka hat 0,08 Vieheinheiten. Bei eigener Futterherstellung dürfen daher 12 Tiere pro Hektar Weide gehalten werden, bei Futterkauf sogar 24.

Gras und Heu sind die Hauptnahrung für Alpakas. Außerdem müssen den Tieren Mineralien zur freien Verfügung angeboten werden. Tragende oder laktierende Tiere benötigen noch ein speziell auf sie abgestimmtes "Kamelidenfutter". Obst/Gemüse und anderes sollte ihnen nicht angeboten werden, im schlimmsten Fall kann es das Tier sogar töten. Um die Tiere "handzahm" zu bekommen, kann man kleine Mengen Futter versuchen aus der Hand anzubieten. Hierzu eignet sich auch mal ein kleines Stückchen Brot.

Die Faser der Alpakawolle zählt neben Kaschmir und Seide zu den edelsten Naturfasern. Die Farben reichen von tiefem schwarz über verschiedene braun, grau und beige Töne bis hin zu reinem weiß. Alpakawolle hat einzigartige thermische Eigenschaften. Die hohlen Fasern speichern die Körperwärme besser als jede andere Wolle. Darüber hinaus ist die Faser sehr elastisch und widerstandsfähig. Sie ist schmutz- und geruchsabweisend, enthält kein Lanolin, brennt nicht und gilt als anti-allergen. Produkte aus Alpakawolle sind deutlich strapazierfähiger als Produkte aus andere Edelwolle. Sie verfilzt nicht und durch ihre selbstreinigende Fähigkeit müssen nur grobe Verunreinigungen herausgewaschen werden.

Alpakas sind nicht besonders Pflege intensiv. Das jährliche Scheren und Impfen und das regelmäßige entwurmen und schneiden der Zehennägel sollten jedoch ebenso selbstverständlich sein wie die tägliche Beobachtung der Tiere. Alpakas lassen sich lange nicht anmerken das ihnen etwas fehlt. Wenn das Tier erst mal "auffällig" ist, geht es ihm meist schon sehr schlecht. Daher ist die genaue Beobachtung auch so wichtig. Denn nur wenn man seine Tiere kennt ist man in der Lage schon frühzeitig kleinste Abweichungen zu erkennen!!!

Die Tragezeit einer Stute (Hembra) ist etwa 11,5 Monate. Meist erblickt dann ein Fohlen (Cria) das Licht der Welt. In selten Fällen gibt es auch mal Zwillinge. Die Geburt findet meist im Kreis der Herde am frühen Vormittag statt, damit die Sonne das Neugeborene trocken kann. Nach kurzer Zeit steht das neugeborene Fohlen bereits und trinkt bei der Mutter. 2-3 Wochen nach der Geburt ist die Stute wieder bereit aufzunehmen und lässt den Hengst (Macho) wieder gewähren. Anders als bei anderen Nutztieren sind Alpakas das ganze Jahr über paarungsbereit da der Deckakt den Eisprung auslöst.

Man unterscheidet zwei Arten Alpakas, das Huacaya mit seinem dichten wolligen Flies und das Suri mit seinen lang herabhängenden Locken.

Alpakas zeichnen sich durch ihre Freundlichkeit und Gutmütigkeit aus. Sie sind intelligent und neugierig. Durch diese Eigenschaften und durch ihre beruhigende Art finden auch Kinder schnell Freude am Umgang mit diesen besonderen Tieren. Alpakas eignen sich auch hervorragend für die tiergestützte Therapie (Delfine der Weide).

Alpakas sind Herdentiere, deshalb sollte man mindestens 2 Tiere halten. Sie sind wachsam und signalisieren ohne Scheu mit gesenktem Kopf ihre Abwehr gegen etwaige Angreifer. Versteht dieser jedoch den Wink nicht kann es auch mal einen gezielten Tritt geben. Daher werden sie auch gern in Schafherden mit Laufen gelassen, als Beschützer der Schafe.

Alpakas können normalerweise das ganze Jahr über auf der Weide sein. Sie benötigen einen ausreichend großen, zugluftgeschützten Unterstand. Als Einzäunung reicht ein 1,50 m hoher Knoten- bzw. Schafszaun.

Die Kommunikation untereinander durch unterschiedliche Körperhaltungen und einer Vielzahl von Lauten in verschiedenen Tonlagen, ein fast schon anmutiges Summen, macht sie so unbeschreiblich liebenswert.

Alpakas sind außergewöhnliche Wesen und wie geschaffen für die harmonische Nutztierhaltung.